PRESSEBERICHTE

Deutsche Qualität aus der Ukraine  

steelconcept GmbH mit Ablegern in Bayern und Osteuropa

blitzpunkt 06.04.2010

 

»Als Beispiel für neue Ideen und Projekte ist ›steelconcept› genau richtig«, kündigte Heike Claus vom Beratungsunternehmen trade4you GmbH den Referenten des März VertriebsVrühstücks an. Geschäftsführer Roger Herold gab in der Gemeinschaftsveranstaltung von trade4you, BVMW und blitzpunkt am vorigen Freitag einen Einblick in ebendiese Ideen und Projekte, die steelconcept erfolgreich schon weit über Chemnitz hinausgeführt haben. 

 

Wie Herold sagte, kam die Wende für ihn genau zum richtigen Zeitpunkt. Er konnte nach dem Studium einschlägige Berufserfahrungen in Bayern sammeln, wollte aber als bodenständiger Sachse irgendwann zurück. Im Jahre 2001 gründete er zusammen mit einer Kollegin die auf innovativen Stahlbau orientierte steelconcept GmbH, weil »hier das Umfeld stimmte«. Dazu zählten neben den Fördermöglichkeiten auch die fachlichen Partner für die Stahlbe- und ver-arbeitung, beispielsweise Feuerverzinkereien. Zu den bekanntesten Arbeiten des Unternehmens bisher gehört der Info-Tower des künftigen Großflughafens Berlin-Brandenburg. Für den Firmenchef selber ist das Gebilde nichts so Spektakuläres, dabei hat er wohl die Öffentlichkeitswirkung des Flughafenprojekts insgesamt unterschätzt. 

 

In dem Stahlbau-Segment, in dem sich die Chemnitzer bewegen, ist jedes Projekt ein Unikat. Bei der Akquise würden laut Geschäftsführer alle Mitarbeiter aktiv. Sie versuchten sehr früh die Bedürfnisse potenzieller Kunden herauszufinden, das könne selbst auf Partys oder bei thematisch ganz anderen Vorträgen passieren. Man präsentiere dann selber eine 3D-Architekturstudie und entwickle gemeinsam mit dem Kunden die Lösung. »Wir wollen nicht alles neu, aber anders bauen«, sagte der Chef. Mit 24 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund zehn Millionen Euro sei jetzt eine Größe erreicht, die es zu halten gelte.

 

Neben einer Niederlassung in Bayern wurde schon 2004 in der Ukraine die Tochterfirma steelart gegründet, bei der die Uhren allerdings ein bisschen anders als in Deutschland ticken. Herold hätte sicherlich stundenlang über die dort übliche Art von Geschäftsabschlüssen, über Pünktlichkeit, Zahlungsmoral, Preistreue oder die Rolle von Verträgen erzählen können. »Wir arbeiten nur gegen Vorkasse«, ist eine seiner sehr schnell aus der Praxis gezogenen Lehren. Zudem sei Korruption allgegenwärtig und die Krise habe in der Ukraine sehr deutliche Spuren hinterlassen, spürbar u.a. am Währungsverfall. Momentan werde wieder investiert, hauptsächlich durch Leute aus dem westlichen Ausland, die das Währungsgefälle von 1:6 bis 1:10 gegenüber dem Euro nutzten. Der Industriebau sei auch die Chance für steelart. Das Auftragsvolumen für 2010 sei weitestgehend gedeckt, aber weiter könne man noch nicht vorausschauen.

 

Herold ist dennoch überzeugt von der Richtigkeit des Schritts nach Osten. Ihn fasziniere der Wille, dass die Menschen dort unter ungleich schlechteren Bedingungen als nach der Wende in Ostdeutschland etwas schaffen wollen. Das sei ein Hauptgrund für das Engagement gewesen. Der andere – auch das sagte er deutlich – sei Qualität made in Germany unter kostengünstigeren Bedingungen zu erzielen. Die Deutschen würden für Qualität geachtet. »Wir zelebrieren das Klischee: sind pünktlich, arbeiten ordentlich, müssen aber auch durchsetzen, dass gilt, was wir sagen«, erklärte Herold. Die Ukraine sei trotz bestimmter schwieriger Umstände kein Exot. Er sehe sie als Chance, machte er den Gästen des VertriebsVrühstücks Mut zu eigenen neuen Wegen.

Von Gisela Bauer

 

« zurück