PRESSEBERICHTE

Stahlkonstruktionen aus Chemnitz sind weltweit gefragt

 

Die Firma Steelconcept hat Aufträge in Nigeria, Brasilien und den USA. Nur in der Heimat trifft sie noch auf Skepsis.

 

VON MICHAEL BRANDENBURG

 

Die Auftragsbücher des Chemnitzer Spezial-Stahlbau-Unternehmens Steelconcept sind bis September/ Oktober dieses Jahres gefüllt. Grund dafür sind nach den Worten seines Geschäftsführers Roger Herold vor allem renommierte Kunden aus anderen Bundesländern, die weltweit operieren.

So werde das Unternehmen Teile für eine Hubschrauber-Landeplattform liefern, die in der nigerianischen Hauptstadt Lagos am Wolkenkratzer einer Bank montiert werden soll. Für Automobilwerke eines deutschen Herstellers in Brasilien und den USA entwickeln und fertigen die Chemnitzer Stahlbauer Plattformen für Montage-Roboter. Auftraggeber sind jeweils große deutsche Technologie-Konzerne. Für einen Schweizer Hersteller von Aluminium-Granulat baut Steelconcept eine Bühne zur Lagerung von Aluminium-Barren und für Continental in Regensburg als Generalunternehmer eine ganze Heizzentrale.

Angesichts der überregionalen Anerkennung ärgert sich Herold, wenn die Firma, die er mit seiner Frau Ines und Studienkollegin Kerstin Schreier 2001 in Chemnitz gegründet hat, in der Heimat unterschätzt wird. So sei ihr kürzlich hier ein Firmenneubau nicht zugetraut worden. "Aus Bayern, wo ich elf Jahre gearbeitet habe, kenne ich das anders. Dort ist der Zusammenhalt viel größer. Hier wird sich mehr gegenseitig belauert", sagt Herold. Dabei sei Steelconcept dank des inzwischen überregional erworbenen guten Namens nicht auf jeden Auftrag angewiesen, sondern bewerbe sich bevorzugt um besonders anspruchsvolle Projekte. "Aber gerade als Generalunternehmer würden wir gern in der Region bleiben", so Herold.

Wozu sie fähig ist, zeigt die Firma nicht zuletzt auch mit ihrem eigenen, 2011 errichteten Firmenneubau. Produktionshalle und Verwaltungsgebäude werden überwiegend mit Erdwärme und Sonnenstrom beheizt und gekühlt. Steelconcept zählt zurzeit 26 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, und peilt für 2012 einen Umsatz von zehn Millionen Euro an. Das wären zwei Millionen mehr als im Vorjahr.

 

Bildtext: 9000 Quadratmeter überspannt dieses Dach eines Fahrzeugabstellplatzes des Abfallwirtschaftsbetriebes München, das Ende 2011 in der Nähe des Olympia-Parks fertiggestellt wurde. Die Tragkonstruktion von Steelconcept ist mit der gleichen Spezialfolie eines Peniger Herstellers bespannt wie die Münchner Allianz-Arena und der Aussichtsturm am neuen Berliner Flughafen. Zwischen zwei Folien erzeugen Photovaltaik-Elemente Sonnenstrom.

 

Bildtext: Der 2007 errichtete Aussichtsturm an der Baustelle des neuen Berliner Großflughafens BBI hat ein Stahl-Skelett von Steelconcept.

 

Bildtext: Ihren neuen Standort im Gewerbegebiet an der Jagdschänkenstraße hat die Firma im Sommer 2011 bezogen. 2,3 Millionen Euro wurden in Grundstückskauf, Produktionshalle und Verwaltungsgebäude investiert, die mit innovativer Heiz- und Klimatechnik ausgestattet sind.

 

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