PRESSEBERICHTE
In Chemnitz sitzen die Frauen im Chefsessel
Frauen an die Macht: In Chemnitz haben in der Wirtschaft nicht nur die Männer das Sagen. Rund 18 Prozent der Unternehmen werden von weiblichen Chefs geleitet – das ist deutschlandweiter Rekord.
Kerstin Schreier (41) hat ein Herz für Stahl: Sie leitet zusammen mit Roger Herold das Stahlbauunterehmen steelconcept. »Ich bin für die Finanzen zuständig", sagt sie. Die Firma (25 Mitarbeiter, fünf Millionen Jahresumsatz) kreierte unter anderem den Stahlbau für den Aussichtsturm des Flughafens Berlin-Brandenburg. Die Chefin ist verheiratet und hat zwei Kinder (12,18).
Der Wirtschaftsinformationsdienst »databyte« aus Lübeck hatte die Geschlechterverteilung in 800 000 Unternehmen analysiert. »Anhand der Handelsregistereinträge«, erklärt Alexander Hiller (32). Das Ergebnis: Während zum Beispiel in Bremen die Frauenquote bei 13 Prozent dümpelt, ist Chemnitz unter deutschen Großstädten mit knapp 18 Prozent absoluter Spitzenreiter.
»Eine sehr erfreuliche Entwicklung«, sagt Ulrich Geissler (52), Chef der Chemnitzer Wirtschaftsförderung (CWE). Und wie kommt nun die hohe Frauenquote zustande? »Schon zu DDR-Zeilen hatten wir einen hohen Anteil an weiblichen Führungskräften«, sagt Geissler. »Diese Tradition setzt sich nun fort«.
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Chemnitzer Morgenpost vom 09.04.2008

