PRESSEBERICHTE

Chemnitzer verschaffen Schaulustigen Überblick

Aussichtsturm der Firma steelconcept ist Attraktion der Berliner Flughafenbaustelle

 

Obwohl der neue Berliner Großflughafen in Schönefeld erst 2011 eröffnet werden soll, ist er bereits Anziehungspunkt für Schaulustige. Denn Neugierige können den in diesem Jahr begonnenen Bau des Airports Berlin-Brandenburg International (BBI) aus der Nähe beobachten – von einem futuristischen Aussichtsturm aus, der maßgeblich von der Chemnitzer Firma steelconcept (deutsch: Stahlkonzept) errichtet wurde. 

 

»Der BBI-Info-Tower ist unsere Attraktion. In den beiden Wochen seit der Einweihung gab es zum Teil Wartelisten für die Bustouren über die Baustelle mit Turmbesichtigung. Auch die Aufmerksamkeit der Medien für den Flughafenbau ist gewachsen, seit der Turm steht«, sagte gestern Ralf Kunkel, Pressesprecher der Berliner Flughäfen. Bis zu 150 Personen befördert der Lift zurzeit täglich zu den beiden 74 Quadratmeter großen Aussichtsplattformen hinauf. 

 

»Für uns ist dieser Turm als Referenzobjekt ein Glücksfall, um unsere Leistungsfähigkeit einem breiten Publikum demonstrieren zu können«, erklärte Roger Herold, technischer Geschäftsführer der steelconcept GmbH. Den Auftrag für das Stahlskelett des Info-Towers hatte die Chemnitzer Firma vom österreichischen Baukonzern Porr AG erhalten. »Wir hatten für Porr schon einmal eine Halle errichtet und offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen«, meint Herold. Auffälligster Turmbau von steelconcept war bis dahin die Fluchttreppe am Wirkmaschinenbau-Gebäude an der Annaberger Straße in Chemnitz. 

 

Die Herausforderung bei dem vom Berliner Architekturbüro Kusus und Kusus entworfenen Info-Tower war jedoch ungleich größer: Um einen Betonturm herum mussten elf gleichseitige Stahl-Dreiecke so verschraubt werden, dass jede Ebene zu den benachbarten um sechs Grad verdreht ist. Außerdem wachsen die Dreiecke von 10 Metern Seitenlänge im Parterre nach oben regelmäßig bis auf 15 Meter. »Auf den 32 Metern Turmhöhe haben wir weniger als 2 Millimeter Toleranz erreicht und das, obwohl die in Chemnitz gebauten Teile aus Zeitgründen in Schönefeld erstmals montiert werden konnten«, ist Herold hochzufrieden. 90 Tonnen beschichteten Stahls hat steelconcept für den Turm verarbeitet. Sein endgültiges, Lampion-ähnliches Aussehen erhielt er durch das Bespannen mit einer Membranfolie aus textilem Verbundstoff von der Reisewitz Beschichtungs GmbH aus Penig. 

 

Die Firma steelconcept wurde 2001 von Roger und Ines Herold sowie Kerstin Schreier gegründet, die sich aus der gemeinsamen Studienzeit bis 1989 an der TU Karl-MarxStadt kannten. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 26 Mitarbeiter, darunter vier Lehrlinge, sowie durchschnittlich acht Leiharbeiter. Haupt-Produkt sind außergewöhnliche Hallenkonstruktionen beispielsweise für BMW in München und Heckert in Chemnitz. 

 

Freie Presse (Chemnitzer Zeitung) vom 04.12.2007

 

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